1914 FEUERPROBE

1914-1918 Festungen im Krieg

Am 3. August 1914 wurde der Krieg erklärt. Diese kolossale Konfrontation, die mehr als 4 Jahre dauerte, kostete fast 10 Millionen Soldaten das Leben und hinterließ fast 20 Millionen Kriegsverwundete.


Die Befestigungen werden sich dem Realitätstest stellen: Werden sie ihre Aufgabe erfüllen? Werden sie in der Lage sein, einer Artillerie zu widerstehen, deren Mittel an Mengen, Kaliber, Feuerkraft und Reichweite erheblich erhöht wurden?

Die Rolle der Festungen

In Frankreich

Die Verteidigungslinien „Séré de Rivières“ sollten die Grenzen zu Deutschland und Italien schützen und als erstes Truppenkonzentrationsgebiet dienen.
Der Plan XVIIb des französischen Generalstabs sah eine Offensive im südlichen Elsass und Lothringen in Richtung Morhange vor, was bewies, dass Feste Kaiser Wilhelm II. eine wesentliche Abschreckungsrolle gespielt hatte.
Tatsächlich hatten die Geheimdienste bereits 1904 die enorme Stärke des Festes erkennen lassen. Die Mittel, die zu einem Angriff notwendig waren, hätten ungefähr 220 Belagerungsgeschütze und 70.000 Mann erfordert!
Auch eine Offensive in Richtung der gewaltigen Festung Metz war nicht vorgesehen.

Beide Offensiven scheiterten.

In Deutschland

Deutschland sah sich mit einem Krieg an zwei Fronten konfrontiert, die mehr als 1.400 km voneinander entfernt waren, und es war zahlenmäßig unterlegen, mit etwa 4,3 Millionen Soldaten gegenüber 9,5 Millionen für die Triple Entente. Die Befestigungen von Metz-Thionville und Straßburg-Mutzig sollten die linke Flanke der Schlieffen-Offensive schützen, die darin bestand, die französischen Verteidigungslinien durch Belgien zu umgehen und Truppen freizusetzen (eine moderne Festung befreite 9 von 10 Soldaten).


Die Belgische Festungen August-Sptember 1914

Die Schlacht von Lüttich begann am 5. August und endete am 16. August. Kostbare Zeit wurde durch die Illusion eines Handstreichs ohne Artillerievorbereitung vergeudet. Die Forts wurden von deutscher schwerer Artillerie beschossen und konnten nur wenige Tage standhalten.

Le fort de Loncin (Liège) après trois jours de bombardement
Fort Loncin (Lüttich) nach 3 Tage Beschiessung

Mit den in Lüttich gewonnenen Erfahrungen führte die deutsche Armee vom 20. bis 25. August 1914 eine intensive Bombardierung der Festung von Namur durch und erwirkte die Kapitulation ohne große Verluste.

Fort Marchovelette nach der bobardierung
Obusier Krupp de 21cm modèle 10
21cm Haubitze 10 Krupp
Obusier Skoda 305 mm M 11
30cm Haubitze Skoda M11
Obusier Krupp de 42 cm "Dicke Bertha"
42cm Haubitze Krupp „Dicke Bertha“

25 bis 27 August 1914: Die Belagerung vom Fort de Manonviller

Das Bombardement begann am 25. August 1914 und endete mit der Kapitulation am 27. August.

Die verwendeten Mittel: vierzig 210-mm-Haubitzen, eine 305-mm-Haubitze und eine 420-mm-Haubitze wurden außerhalb der Reichweite der 4 Türme (2 Mougin und 2 Galopin) des Forts positioniert. Es wurden 4.596 210-mm-Granaten, 134 305-mm-Granaten und 59 420-mm-Granaten abgefeuert.

Am ersten Tag schon wurde einer der 155 Türme stark beschädigt und ein Lager von 2.200 57mm- und 80mm-Granaten gesprengt. Am 26. wurden zwei weitere 155 Geschütztürme ausgeschaltet und ein Lager von 800 155 Granaten gesprengt. Am 27. um 4:20 Uhr traten zwei deutsche 420-mm-Haubitzen in Aktion, der vierte 155 Turm wurde getroffen, die Garnison erstickte und ergab sich am Abend.

Le siège du Fort de Manonviller : positions de l'artillerie allemande
Belagerung vom Fort de Manonviller: Stellung der Angriffsbatterien
Une tourelle détruite
Ein zerstörtet PAnzerturm

21-25 Februar 1916: Die Einnahme des Fort Douaumont

Der Fall der belgischen Forts und des Fort de Manonviller erschütterte das Vertrauen des französischen Generalstabs in die Befestigungen. Die Zwischenbereichartillerie wird ebenso abgezogen wie ein Teil des Munitionsbestandes. Auch die Garnison wird reduziert. In diesem Zusammenhang begann die Schlacht von Verdun mit dem Angriff auf Fort Douaumont am 24. Februar 1916.

Le Fort de Douaumont en 1914
Fort Douaumont 1914

Das Fort besaß nur einen zinzigen 155 R Galopin Turm Modell 1907

Le Fort de Douaumont en 1916
Fort Douaumont 1916

7. März bis 7. Juni 1916: Die Belagerung vom Fort Vaux

Das kleine Fort von Vaux wurde von einer Garnison von 250 Mann gehalten. Es wurde mit einem 75-mm-Turm als Teil der Verstärkung von 1904 ausgestattet. Dieser Turm explodierte im Februar 1916 infolge eines deutschen Bombardements. Es wurden durchschnittlich 8.000 Granaten pro Tag benötigt. Der Widerstand der Garnison war trotz des immer weiter fortgeschrittenen Zerstörungsgrades des Forts absolut beeindruckend. Das Knacken der Wasserzisternen zwang die Garnison zur Kapitulation.

Le Fort de Vaux : Impact des obus de 210 mm (1915-1916)
Das Fort de Vaux: Einschläge der 21 cm Granaten (1915-1916)
Le Fort de Vaux : carte postale après les combats
Das Fort de Vaux: Postkarte nach den Kämpfen

Es ist schwierig, in diesem Trümmerhaufen eine Festung zu erkennen. Oben links sieht man die beiden Schießscharten der Bourge-Kasematte und rechts den Kahlgraben.

Schlussfolgerung

Diese Belagerungen von 1914 bis 1916 zeigten, dass die Einheitsforts völlig überholt waren, dass nur Stahlbeton einen akzeptablen Schutz bot, dass die Reichweite der Türme absolut entscheidend war, um die feindliche Artillerie außer Reichweite zu halten.

Aber sie hoben auch viele Fakten hervor:

  • Nur eine Tiefe von mindestens 30 m ermöglichte es, die Garnisonen der Forts zu schützen.
  • Nur die Elektrifizierung kann die Probleme der Belüftung, der Kommunikation, der Beleuchtung, der Logistik usw. lösen.
  • Artilleriebeobachtungsmittel erfordern eine leistungsfähige Optik.
🡸 1897 : DIE FESTE, AUFGELÖSTE FESTUNG1920-1939 : DIE VERTEIGUNGSLINIEN 🡺