1893 DIE PANZERFESTUNGEN
INHALT :
⟩ HISTORISCHE EINFÜHRUNG
⟩ BESCHREIBUNG DER FESTE
⟩ FOTOS
⟩ DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FESTUNGEN VON 1870 BIS 1945
⟩ 1871 EINE NEUE POLITISCHE UND STRATEGISCHE LAGE
⟩ 1871-1883 DIE ÄRA DER FESTUNGSGÜRTEL
⟩ 1883 DIE BRISANZGRANATKRISE
⟩ 1886 DIE VERSTÄRKUNG MIT BETON AND ANDERE VERBESSERUNGEN
⟩ 1893 DIE PANZERFESTUNGEN
⟩ 1897 DIE FESTE, AUFGELÖSTE FESTUNG
⟩ 1914 FEUERPROBE
⟩ 1920-1939 DIE VERTEIGUNGSLINIEN
⟩ 1939-1945 DAS ENDE DER BEFESTIGTEN SYSTEME
1893 Die panzerfestungen
Die Hauptaufgabe einer Festung besteht darin, das Straßen- und Schienennetz innerhalb der Reichweite ihrer Artillerie zu beherrschen. Der Schutz der Kanonen wurde zur Priorität. Die Zeiten der Aufstellung der Kanonen auf dem Wall der Festungen standen waren vorbei.
Der Einsatz von Panzerung zum Schutz von Artilleriegeschützen war schon einige Jahre vor Brisanzgranatkrise in Betracht gezogen worden. Aber erst mit der Entwicklung der Stahlindustrie wurden widerstandsfähige Panzertürme möglich. Im Rahmen der Verstärkungen wurden zahlreiche Beobachtungssysteme und einige Panzertürme eingebaut. Aber die Fortschritte der Artillerie werden Panzerungen aus Stahl erfordern
Die Panzerfestungen
Die Brisanzgranatkrise zwang die Befestigungsdienste, nach Schutzlösungen für die Artillerie zu suchen. In Zusammenarbeit mit Artillerieoffizieren entwickelte und produzierte die Stahlindustrie einen ersten Panzerturm aus Hartgusseisen.
In Frankreich

Der Major des Ingenieurkorps, Henri-Louis-Philippe Mougin, Sekretär der „Commission des Cuirassements“, gab einem Turm für zwei 155-mm-Geschütze seinen Namen, der 205.000 Francs kostete. Zwischen 1879 und 1887 wurden fünfundzwanzig Türme installiert, die von den Firmen Châtillon und Commentry (in Saint-Chamond) und Schneider (in Le Creusot) gebaut wurden.
Im Deutschen Reich

Der Ingenieuroffizier Maximilian Schumann verließ 1872 die preußische Armee, um sich der Entwicklung von Panzertürmen zu widmen. 1882 fusionierte er sein Unternehmen mit den Magdeburger Grusonwerken. Der Turm von 1876 „Hartguss-Panzerthurm für zwei 15 cm Kanonen L 25 in Minimalscharten-Laffeten C 84/85“, aus gehärtetem Gusseisen ist mit zwei 15-cm-Geschützen bewaffnet. 5 Türme wurden in Metz, Köln und Ingolstadt aufgestellt.
Die Panzerfestungen
Die Hartgusspanzer dieser ersten Türme bot keinen ausreichenden Schutz gegen die neue Brisanzgrnaten. Um 1880 war die Stahlindustrie dank der Elektrizität in der Lage, schwere Stahlgussteile herzustellen. Eine neue Periode hat begonnen

Im Jahr 1889 stellte Hauptmann Alfred Galopin vom Panzer-Departement das Projekt für einen Verschwind Lafetten-panzerturm vor. Die beachtliche Masse und die Kosten von 850.000 Francs erklären, warum er nur in 5 Einheiten von der Firma Schneider (in Le Creusot) hergestellt und ab 1891 in Manonviller, Frouard (Batterie de l’Eperon), Pont-Saint-Vincent und Arches eingebaut wurde.
Reichweite: 7 500 mètres
Feuergeschwindkeit: 4 Schuss pro Minute
Kosten: 800 000 F
Mutzigs Vergleichsversuche: Verschwindlafette oder Minimalscharten?
8 Verschwindlafettentürme (6 cmKiVl) und 8 Minimalschartentürme (15 cm TH), die in den Ostort und Westfort eingebaut wurden, werden umfangreichen Tests unterzogen, um die Debatte zwischen den beiden Systemen zu klären.

Dieser 6cm-Panzerturm wird der einzige deutsche Verschwindlafette-Panzerturm sein. Zu teuer, zu kompliziert und leistungsschwach. Schussweite (Patrone): 500 m
Feuerrate: 25 Schuss pro Minute
Kosten: 51.110 F

Die erste Version (1893) wurde nach einer Serie von 12 (8 für FKW II und 4 für Graudentz) durch die Version von 1895 (46 Türme für Metz, 4 für Graudenz und 8 für Graudenz) ersetzt.
Schussweite: 7.500 Meter
Feuerrate: 2 bis 4 Schuss pro Minute
Kosten: 87.563 F
In Deutschland will der Generalstab ein komplettes Experiment durchführen, um die Vor- und Nachteile der beiden Systeme zum Schutz der Schießscharten zu untersuchen. Der zukünftige 10-cm-Turm der Deutschen Festen wird erst nach der Validierung des sogenannten Verschwind-Lafetten-Systems bzw. der minimalen Schießscharten entwickelt. Die Feste von Mutzig wurdr zu diesem Zweck mit 8 Verschwindlafettentürme und 8 Minimal-Schießschartentürme ausgestattet, um klarheit zu schaffen.
Das Zeitalter der Panzerungen

Eine neue Version des Galopin-Turms für eine Kanone wurde auf der Grundlage der ersten Version im Jahr 1892 entwickelt. Sein Durchmesser wurde reduziert und damit auch das Gewicht. Das Geschütz 155 R 07 hat die gleichen Schussparameter wie das Geschütz der Version von 1892. Andererseits konnten die Kosten auf 450 000 Franken gesenkt werden. Zwölf Türme wurden ab 1905 eingebaut (Uxegney, Douaumont, Le Roselier, Moulainville usw.).

Die zweijährige Testphase in Mutzig ermöglichte es, die Vorteile der Minimalschießschartenlösung klar zu identifizieren. Der 10-cm-Turm wird auf der Basis dieser Technik entwickelt.
Schussweite: 10.800 Meter
Feuer geschwindkeit : 9 Schuss pro Minute
Gewicht: 70 bis 85 Tonnen je nach Ausführung
Kosten: 197 300 F
69 Türme werden installiert (Metz, Mutzig, Straßburg und Thionville, nur einer in Thorn (Polen)).

Dieser Verschwindlafettenturm ist mit zwei 75-mm-Geschützen bewaffnet.
Schussweite: 5.000 Meter
Feuergeschwindichkeit: 22 Schuss pro Minute
Gewicht: 85 Tonnen
Kosten: 130.000 F
Zwischen 1905 und 1914 wurden 57 Geschütztürme dieses Typs eingebaut.

Die deutsche Festen verfügten über 2 bis 4 Batterien mit 3 oder 4 Türmen für 10-cm-Geschütze, die Brisanz-, Kartätschen- und Schrapnell-Granaten abfeuern konnten.
Eine Batterie bestand aus 3 bis 4 Türmen, was eine enorme Feuerkraft darstellt: 4 x 9 = 36 Schuss pro Minute bei einer Reichweite von fast 11 km.
Artillerie Beobachtung

In Frankreich wurde nur ein Modell eines gepanzerten Beobachters entwickelt. Er bot eine kleine Zielscheibe, war durch 20 cm Panzerung gut geschützt, bot aber wenig Platz und verbot den Einbau von Hochleistungsoptiken.
Gewicht: 7,5 Tonnen
Kosten: 7.000 F
Ungefähr 175 solcher Panzerbeobachter wurden eingebaut.

Dieser Beobachtungsstand war ein vorteilhafter Ersatz für die ersten beiden Türme (94 und 96), die zu teuer waren. Es besaß ein binokulares Fernrohr mit einer Vergrößerung von 6,5 bis 13x.
Gewicht: 21 850 Tonnen
Kosten: 117 931 F
Insgesamt wurden ca. dreißig eingebaut.
Die Zwischenbereiche Flankierung

Die in Bourges durchgeführten Tests führten 1899 zur Einführung der Kasematte, die die Verteidigungslinie flankierte, die sogenannte „Casemate de Bourges“. Ursprünglich mit zwei 95-mm-Geschütze Modell 1888 ausgestattet bekam sie ab 1902 zwei 75-mm Schnellfeuergeschütze (28 Schuss pro Minute).

Ab 1909 wurden ein Dutzend gepanzerte Kasematten für zwei 77-mm-Geschütze in Metz und auf der Feste Istein errichtet. Ihre Rolle wurde schnell von Maschinengewehr-Kasematten übernommen, die viel billiger und flexibler waren.
