1871 EINE NEUE POLITISCHE UND STRATEGISCHE LAGE

1871 Eine neue politische und strategische Lage

Der Frankfurter Friedensvertrag vom 10. Mai 1871 beendete den Krieg von 1870. Er sah unter anderem den Anschluss des Elsass und des deutschsprachigen Teils Lothringens an das 1871 in Versailles geschaffene neue Deutsche Reich vor; 223 Jahre nach ihrer Annexion durch Ludwig XIV. im Jahr 1648.

Die Folgen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 waren eine Verschärfung des Nationalismus und industrieller und kolonialer Rivalitäten.
Weit davon entfernt, für den Frieden zu arbeiten, bereiteten sich die europäischen Staaten auf den Krieg vor: Rüstungsprogramme, der Ausbau der Marine und der Bau einer großen Anzahl neuer Befestigungen in ganz Europa waren die Folgen..

Die Deutsch-Französische Grenze (1871-1918)

Frankreich ist durch die Niederlage traumatisiert

Die Analyse des Kriegsverlaufs hat den dramatischen Mangel an Befestigungen aufgezeigt, die in der Lage gewesen wären, die schnellen Offensiven, die durch die Eisenbahn ermöglicht wurden, zu verzögern. Zudem führte der verspätete Ausbau des französischen Eisenbahnnetzes zu einer deutlich längeren Mobilmachung als in Deutschland.
Der Frankfurter Vertrag schloss das Elsass und den deutschsprachigen Teil Lothringens an das neue Deutsche Reich an, was zum Verlust zweier wichtiger Festungen, Metz und Straßburg, führte.
Die Organisation der Verteidigung der Grenze wird in Frankreich zur obersten Priorität.

Proklamation des Deutschen Reichs in Versailles

Die Koalition der deutschen Länder unter der Führung Preußens hat den Sieg von 1870 gebracht und schuf die Voraussetzungen für die Proklamation des Deutschen Reiches. Aber Deutschland, umgeben von der Entente (Frankreich, England und Rußland), musste sich auf einen Zweifrontenkrieg vorbereiten.
Die Festungen werden so konzipiert sein, dass sie mögliche feindliche Offensiven für mindestens 3 Monate abwehren, um die Verlegung von Verstärkungen von einer Front zur anderen zu ermöglichen. Sie mussten auch Truppen freistellen, da das Kräfteverhältnis für das Reich ungünstig war: 4,2 Millionen deutsche Soldaten gegenüber 9,5 Millionen auf der Seite der Entente.
Sie werden auch eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung künftiger Offensiven spielen müssen, die die einzigen sind, die in der Lage sind, einen Sieg zu bringen. Die entscheidende Frage liegt in der Wahl der Richtung, in der die Offensive stattfinden soll, nach Osten oder Westen.

🡸 DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FESTUNGEN VON 1870 BIS 19451871-1883 : DIE ÄRA DER FESTUNGSGÜRTEL 🡺